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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
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ob je einem Dramatiker die Genugtuung geworden ist, ausseinem Publikum den Gruß zu vernehmen:Wir leben mitdeinen Menschen, wir kennen sie ganz, sie sind uns ver-trauter noch als die Nächsten, Liebsten"?Ich habe deinemHelden einen Abend lang zugesehen, und im vierten Akthat er mich ungemein erschüttert", das ist alles, wasman dem Dramatiker sagen kann. Viel mehr als derRoman kommt das Schauspiel der natürlichen Unwissen-heit des Menschen über den Menschen entgegen. Es isteine Kunst für solche, die auch im wirklichen Leben gewohntsind, eine Handlung für einen Charakter, fremdes Schicksalfür ein Objekt des GafsenS und eine rohe Vereinfachung, dasProdukt ihrer egoistischen Erkenntnisträgheit, für den ganzenMenschen zu nehmen. Es ist eine Kunst für die Menge. . .

Aber der Oberlehrer meinte es anders! Er hatte seinenFriedrich Theodor Bischer gelesen und bewegte bei sich dasberühmte Zitat:Wenn nun, was in der Lyrik gewonnenist, diese subjektive Durchdringung der Welt, sich vereinigtmit dem, was das Epos durch seine Objektivität voraushat, wenn die von dem Weltinhalte erfüllte Brust diesenwieder entläßt, daß er sich als gegenständliches, aber ansdem Innern geborenes Bild ausbreite, so kehrt der Kreisder Poesie ganz gefüllt in sich zurück das Drama ist diePoesie der Poesie" ? Allen schuldigen Respekt. Jedochden Roman hat Goethe einesubjektive Epopöe" genannt,in welcher der Dichter sich die Erlaubnis ausbitte, die Weltauf seine Weise zu behandeln, und Dischers Definition desDramas paßt Wort für Wort auf den Wilhelm Meister,während sie auf jedes zweite Drama nicht paßt.DerDichter", sagt er,spricht im Drama durch Personen, indie er sich verwandelt und die er gegenwärtig vor uns