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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
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erdichtete Mensch, das Phantasma, will etwas Notwen-diges bedeuten, doch nur bei solchen, welche auch einenwirklichen Menschen nur in einer rohen, unnatürlichen Sim-plifikation verstehen . , . Sie sind also bereit, das Phan-tasma als wirklichen, notwendigen Menschen zu behandeln,weil sie gewöhnt sind, beim wirklichen Menschen ein Phan-tasma, einen Schattenriß, eine willkürliche Abbreviatur fürdas Ganze zu nehmen." Dies trifft, wie mir scheint, fürdas Drama in weit höherem Maße zu, als für den Roman,wie denn der große Erkenner und Entlarver des Künstlersden Dramatiker auch besonders nennt. Der Vorwurf derrohen Sirnplißkatiou und willkürlichen Abbreviatur, derOberflächlichkeit, des Schattenhaften und der mangelhaftenErkenntnis ist beim Roman weit weniger am Platze alsbeim Drama; es ist kein Zufall, daß sich im Schauspielund nicht im Roinan jene stereotypen und in bezug auf in-dividuelle Vollständigkeit überhaupt völlig anspruchslosenFiguren und Vogelscheuchen desVaters", desLieb-habers", desIntriganten", derNaiven", derkomischenAlten" entwickelt haben, und es ist ein Gleichnis, daß aufder älteren Bühne die Darsteller dem Publikum nur imProfil und von vorn, aber niemals von hinten sich zeigendurften. Der Roman ist genauer, vollständiger, wissender,gewissenhafter, tieser als das Drama, in allem, was dieErkenntnis der Menschen als Leib und Charakter betrifft,und im Gegensatz zu der Anschauung, als sei das Dramadas eigentlich plastische Dichtwerk, bekenne ich, daß ich esvielmehr als eine Kunst der Silhouette und den erzähltenMenschen allein als rund, ganz, wirklich und plastischempfinde. Man ist Zuschauer bei einem Schauspiel; manist mehr als das in einer erzählten Welt. Ich weiß nicht,