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Beziehung eines Teiles auf den andern gebe dem Ganzenetwas Episches, wodurch eg freilich an Großartigkeitgewönne . . . Aber das ist die Wirkung des „Ringes"! Undich begreife nicht, wie man im „Leitmotiv" ein wesentlichdramatisches Mittel erblicken kann. Es ist im Innerstenepisch, es ist homerischen Ursprungs. . .
Dies nebenbei. Aber angenommen, daß eine größereZusammengesetzkheit der Wirkungsarten einer Kunstgattungihren vornehmeren Rang bewiese: sind im Roman nichtLyrik und Drama beschlossen, so gut wie im Drama Eposund Lyrik? Ist der Roman nur Deskription und äußereGegenständlichkeit oder nicht etwa auch Seele, Leidenschaft,Schicksal? Bietet er nicht die lyrische Kontemplation desMonologs und die stürmische Bewegung der Wechselrede?Gibt er nicht Mienenspiel, Gestenspiel, pittoreske Sichtbar-keit? Wo ist der Dramen au stritt, der eine moderne Roman-szene an Präzision des Gesichtes, an intensiver Gegenwart,an Wirklichkeit überträse? Sie ist tiefer, behaupte ich,diese Wirklichkeit, im Roman, als im Drama. Nietzschebemerkt, die Kunst gehe von der natürlichen Unwissenheitdes Menschen über sein Inneres als Leib und Charakteraus. „In der Tat," sagt er in dem skeptischen Aphorismusvom ,Geschaffenen Menschen', „in der Tat verstehen wirvon einem wirklichen, lebendigen Menschen nicht viel undgeneralisieren sehr oberflächlich, wenn wir ihm diesen undjenen Charakter zuschreiben: Dieser unserer sehr unvoll-kommenen Stellung zum Menschen entspricht nun derDichter, indem er ebenso oberflächliche Entwürfe zu Men-schen macht (in diesem Sinne .schafft'), als unsere Erkennt-nis der Menschen oberflächlich ist. Es ist viel Blendwerkbei diesen geschaffenen Charakteren der Künstler . . . Der