Schauspieler, zuni Stückeschreiber, er siand mit behäbiger Ent-schlossenheit aus seiten des Theaters, gegen die Literatur,er liebte das Theater, und wenn er ihm seine ganze Auf-merksamkeit, die Arbeit seines Lebens widmete, so war daseine klare und einleuchtende Handlungsweise. Aber wererklärt mir die Folgerichtigkeit in dem Verhältnis unsererKritiker zum Theater? Das Theater ist in weit hand-greiflicherem Sinne als die übrigen Kunstarten eine ge-sellschaftliche Angelegenheit, und eine prompte journalistischeBerichterstattung über die theatralischen Ereignisse der Saisonist in der Ordnung. Klage ist laut geworden, daß dieseBerichterstattung neuerdings meist in einem überaus ver-drossenen, höhnischen und spielverderberischen Tone aus-geübt werde, — aber hier ist nicht die Rede von der großenMenge der Zeitungsschreiber, die mit Ächzen und Ekel ihreFreiplätze einnehmen, in Telegrammen und spaltenlangenArtikeln die Dramatiker verhöhnen, dag Theater verfluchenund dennoch durch die Eilfertigkeit und den Umfang ebendieser Berichterstattung dem Publikum von der Wichtig-keit des Theaters eine Meinung eingeben, die ihnen selbstoffenbar ein Gelächter ist. Es handelt sich um die kleineAnzahl wirklicher Schriftsteller unter den Theaterkritikern,jene vier bis sechs (oder sind es so viele nicht?), die denNamen von Autoren verdienen und für ihre Produktionenmit Recht den Wert eines selbständigen Kunstgebildes inAnspruch nehmen. Wie steht dieser T>>p zum Theater?Er hat keinerlei praktische Beziehungen zur Schaubühne, erempfindet literarisch durch und durch und stellt an dasDrama rein dichterische Ansprüche. Sarreys Urteilsweisewidert ihn an, er verabscheut den Schauspielerstandpunktund würde nie den traurigen Mut besitzen, ei» Publikum
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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
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