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Man weiß nichts von uns aus der anderen Seite. Man A
kennt uns dort nur, insofern wir dem Theater unseren D
Tribut gezollt haben. Herr M. hatte seinem Namen durcheine Reihe distingierter Romane und Novellen literarischen ^
Ruf verschafft. Dieser Ruf genügte ihm nicht; das Rampen- *
licht, die plumpe Öffentlichkeit, der sinnfällige Ruhm des A
Theaters verlockte ihn, und er schrieb ein Stück, in welchem D
er allen sich darbietenden dichterischen Wirkungsmöglichkeiten xs
fast heldenmütig entsagte, sich mit zusammengebissenenZähnen den Bedürfnissen der Kulisse bequemte. Nehmen U
wir an, daß das Stück „Kaspar Hauser" hieß. Es ward ß>
aufgeführt, hatte einigen Erfolg und verschwand wieder. U
Es vergeht Jahr und Tag, aber der Romancier hat Blutgeleckt, er beißt die Zähne zusammen und schreibt ein s!
zweites Stück. Und nun notiert die Theaterpresse: „Herr H
M., der Verfasser des ,Kaspar Hauser', hat soeben eine U
Verskomödie beendet ..." Herrn M. als „Verfasser des U
Kaspar Hauser" zu bezeichnen, ist eine boshafte Ungerechtig-keit. Aber in der Welt des Theaters kommt er ausschließ- tzi
lich als solcher in Betracht. 8
Um in das seltsam zweideutige Verhältnis zwischen H
Literatur und Bühne Einblick zu gewinnen, genügt es,unsere Theaterkritik am Werke zu sehen. Der Typus desDncle Sarcey kommt bei uns ja nicht vor. Dieser joviale ^
Zyniker, der auf die Bretter schwor, dem Publikum immer ^
recht gab, mit dem Kulissenroutinier durch dick und dünn ^
ging und dem zarten Dichter inS Gesicht sagte, daß erabsolut gar nichts voin Theater verstehe, — hat unter ^
unseren Dramaturgen nicht seinesgleichen. Dennoch war ^
er zum mindesten eine reinliche Existenz. Er gehörte mit ^
Leib und Seele zur Welt jenseits der Rampe, zum ^