Versuch über das Theater
I
2Vovon ist di'eRede? Vom Drama oder vom Theater? Wirwollen die Verrisse scheiden und jedem das Seine geben.
Das Drama ist eine Dichtungöform (die höchste, — sage»die Dramatiker). Aber das Theater ist nicht die Literatur(obwohl ein großer Teil des Publikums und der Kritikerdas glaubt).
Das Theater macht Zugeständnisse an die Literatur, eshat den Ehrgeiz, sich ihrer bisweilen anznnehmen. Aberdas Theater hat die Literatur nicht nötig, es könnte offen-bar ohne sie bestehen. Das ist mein Eindruck. Man mußdem Theater eine gewisse absolute Daseinssähigkeit undDaseinsberechtigung zuerkennen. Es ist ein Gebiet für sich,eine Welt für sich, eine fremde Welt: die Dichtung ist dortnicht eigentlich zu Hause, auch die dramatische nicht, wiewir sie verstehen, — das ist mein Eindruck.
Wenn Sarcey sagen durfte: ,,Lbr. äs Qoncourt ns corn-prsnä ndsoluinsnt: risn au tksätrs," hat dann das Theaterirgend etwas mit unserer Kunst zu tun?
Ich vergesse nie den Ruck, den mir vor Jahr und Tageine Zeitungsnachricht versetzte. Es war eine Theaternotiz,eines jener Telegramme, welche die Theakerreferenten um