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sagen, der Schmerz des ErkennenS und Gestaltens die sitk- s
liche Genugtuung geben, die ihn über alle Empfindlichkeiten ^
und Skandale der Welt erhebt. Nichts ungeheuchelter,nichts tieferen Ursprungs als die enthusiastische Empörung.in der er sich aufrichtet, wenn eine Wirklichkeit in plumperEigenliebe die Hand aus das Werk seiner Einsamkeit zulegen wagt. Wie? Das Leiden sollte umsonst gewesen N
sein? Es sollte der Kunst verloren gehen? So vieles geht lijH
ja verloren! So viel wird erlebt und ei litten, was nie- jili
mals gestaltet wird! Aber was davon Form und eigenesLeben gewann, das Werk, dag ein Künstler in Schmerzen K
tat, — er sollte es nicht offenbar machen, es sollte ihm ili
keinen Ruhm bringen dürfen? So spricht der Ehrgeiz. ili
So rechtfertigt sich aller Ehrgeiz... ,
Bilse und ich . . . irgendein Unterschied ist vorhanden, manwird es mir zugcben, und vielleicht ist es ein äbnlicherUnterschied wie der zwischen Frechheit und Freiheit. Wennich ober von Freiheit rede, so meine ich jene innere Un-abhängigkeit, Ungebundenheik und Einsamkeit, welche dieVorbedingung jeder neuen und ursprünglichen Leistung ist.
Sie schließt eine herzliche menschliche Gebundenheit keines-wegs aus; aber des Künstlers Würde und Hoheit beruhtin ihr, und Forderungen von Rücksicht und Bürgertaktvermögen nichiS über sie. Man spricht heule gern von„voraussetzungsloser" Wissenschaft. Will man sich weigern,auch der Schönen Wissenschaft, der Fröhlichen Wissenjchaftder Kunst Voraussetzungslosigkeit einzuräumen? „DerKünstler," hat ein Dichter und Denker gesagt, „der nichtsein ganzes Selbst preisgibt, ist ein unnützer Knecht." Dasist unsterblich wahr. Wie aber kann ich mein ganzes Selbst