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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
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auf die Erscheinungen und Erlebnisse zu reagieren, sichihrer damit aus schöne Art zu erwehren, ist der Ausdruck,ist die Bezeichnung, und diese Reaktion des Ausdrucks, die,mit einigem psychologischem Radikalismus geredet, einesublime Rache des Künstlers an seinem Erlebnis ist, wirddesto heftiger sein, je feiner die Reizbarkeit ist, auf welchedie Wahrnehmung traf. Dies ist der Ursprung jener kaltenund unerbittlichen Genauigkeit der Bezeichnung, dies derzitternd gespannte Bogen, von welchem das Wort schnellt,das scharfe, gefiederte Wort, das schwirrt und trifft undbebend im Schwarzen sitzt. . . Und ist nicht der strengeBogen so gut wie die süße Leyer ein apollinisches Werk-zeug? . . . Nichts unkünstlerischer als der Irrtum, daßKälte und Leidenschaft einander ausschlössen! Nichts miß-verständiger, als von der kritischen Prägnanz des Ausdrucksaus eine Bosheit und Feindseligkeit in menschlichem Sinnezu schließen!

Umsonst. Man muß durchaus einen Augenblick beidieser erstaunlichen Tatsache verweilen: Der treffende Aus-druck wirkt immer gehässig. Das gute Wort verletzt. Ichlasse die Beispiele, die Erfahrungen weg; ich gebe die ab-gezogene Moral. Wohl dir, wenn dein benennender Triebnicht allzu heftig aus Reize von seiten der Wirklichkeit reagiert,wenn er auf leidenschaftliche Schlagkraft des Wortes nichtweiter Anspruch erhebt. Die Wirklichkeit wünscht mitschlappen Phrasen angesprochen zu werden; künstlerischeGenauigkeit in ihrer Bezeichnung macht ihr Gift und Galle.Und doch wird der wahre Liebhaber des Wortes sich ehereine Welt verfeinden, als eine Nuance opfern; dem wahrenKünstler, der nicht nur mit halber Seele, sondern ganz, von Be-rus, von Passion ein Künstler ist, wird, um es nochmals zu