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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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richtet, ist anders als der, womit man sie als Mensch be-trachtet: er ist zugleich kälter und leidenschaftlicher. Dumagst als Mensch gut, duldsam, liebevoll, positiv sein,magst eine ganz und gar unkritische Neigung haben, alleErscheinungen gut zu heißen, als Künstler zwingt dichder Dämon, zubeobachten", blitzschnell und mit einerschmerzlichen Bosheit jede Einzelheit zu perzipieren, die imliterarischen Sinne charakteristisch ist, typisch bedeutsam ist,Perspektiven eröffnet, die Rasse, das Soziale, das Psycho-logische bezeichnet, sie rücksichtslos zu vermerken, als hättestdu gar kein menschliches Verhältnis zu dem Geschauken,und imWerk" kommt alles zutage. Gesetzt nun wieder,daß sich mit diesem Werk um ein Porträt, um die künst-lerische Verwertung einer nahen Wirklichkeit handelt, soertönt der Klageruf:So also sah er uns? So kalt, sospöttisch-feindselig, mit Augen, so liebeleer?" Ich bitte Euch,schweigt! Und versucht, in Eurem Innern ein wenig Ach-tung zu finden für etwas von strengerer, znchtoollerer,tieferer Art, als das, was Euer Weichmutdie Liebe"nennt!

Dann aber schien mir der Dichter ganz leicht noch anein Zweites zu rühren: an die schmerzliche Sensibilität derBeobachtung, deren Erscheinung und Ausdruck jenekritischePrägnanz" der Bezeichnung ist, die ich vorhin als eineQuelle des Mißverständnisses nannte. Man glaube näm-lich nicht, daß die Verfeinerung und Wachheit des beobach-tenden Sensoriums einen ungewöhnlichen Grad erreichenkönne, ohne daß zugleich seine Schmerzfähigkeit sich steigerte.Es gibt einen Grad dieser Schmerzsähigkeit, der jedes Er-leben zu einem Erleiden macht. Die einzige Waste aber,die der Reizbarkeit des Künstlers gegeben ist, um damit