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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
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alles entschuldigen zu können. Ich leugne nicht, daß esgut geschriebene Niederträchtigkeiten gibt. Aber wenn ichden Freund als ein Talent im hohen und ernsten Sinnekennte; wenn ich in ihm, ans Grund seiner früheren Arbeiten,nicht nur einen geschickten Künstler, sondern einen Dichtersehen müßte, der an sich selbst arbeitet, wenn er arbeitet,und für den auch diese Leistung eine Tat der Selbstzuchtund Selbstbefreiung war, so würde ich zu ihm sagen:Es wundert mich zwar ein bißchen, mein Guter, daß dugerade meine Maske für deinen Schurken benutztest. Abersei es darum. Ich bi», unter anderem, wohl auch einSchurke. Übrigens braoo. Und besuch' mich, Lieber, dochbald einmal, damit ich dir meine neuen Bücher zeige."

. . . Dies ist der Augenblick, noch etwas Weiteres zurSprache zu bringen, was meiner Ansicht und Einsicht nachnicht selten das Mißverständnis zwischen Dichter undWirklichkeit verschärft. Es ist der Anschein einer Feindselig-keit des Dichters gegenüber der Wirklichkeit, ein Anschein,der durch die Rücksichtslosigkeit der beobachtenden Erkennt-nis und die kritische Prägnanz des Ausdrucks bewirkt wird.Damit hat es folgende Bewandtnis.

Es gibt in Europa eine Schule von Geistern derdeutsche Erkenntnis-Lyriker Friedrich Nietzsche hat sie ge-schaffen, in welcher man sich gewöhnt hat, den Begriffdes Künstlers mit dem des Erkennenden zusammensließenzu lassen. In dieser Schule ist die Grenze zwischen Kunstund Kritik viel unbestimmter, als sie ehemals war. Esfinden sich in ihr Kritiker von durchaus dichterischem Tem-perament und Dichter von einer vollkommen kritischen Zuchtdes Geistes und Stiles. Dieser dichterische Kritizismus aber,die scheinbare Objektivität und Degaqiertheit der Anschauung,