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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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Idee zu dienen. Seine Folgsamkeit der Vorgefundenen ^

Fabel, seine Demut der gegebenen Äußerlichkeit gegenüber ^

ist erstaunlich, ist rührend, ja sie müßte unfrei und kindlich ^

wirken, wenn sie sich nicht als eine vollkommene Verachtung ^

des Gegenständlichen erklärte, als die Verachtung einesDichters, dem das Stoffliche, der Mummenschanz der Fabelgar nichts, die Seele, die Beseelung alles bedeutet. ^

Die Beseelung ... da ist es, das schone Wort. Es ist f

nicht die Gabe der Erfindung, die der Beseelung ist es,welche den Dichter macht. Und ob er nun eine überkom- l»

mene Mär oder ein Stück lebendiger Wirklichkeit mit seinem >»

Odem und Wesen ersüllr, die Beseelung, die Durchdringung i«

und Erfüllung des Stoffes mit dem, wag des Dichters ist, z«

macht den Stoff zu seinem Eigentum, auf das, seiner si

innersten Meinung nach, niemand die Hand legen darf. lli

Daß dies zu Konflikten mit der achtbaren Wirklichkeit führen in

kann und muß, welche fehr auf sich hält und sich keines- ii,

wegg durch Beseelung kompromittieren zu lassen wünscht, sch

das liegt auf der Hand. Aber die Wirklichkeit überschätztdabei den Grad, in welchem sie für den Dichter, der sie sich s,

aneignet, überhaupt noch Wirklichkeit bleibt besondersin dem Falle, daß Zeit und Raum ihn von ihr trennen. ^

Ich rede von mir. . . Als ichBuddenbrooks" zu schrei- sch

ben begann, saß ich in Rom, Via Torre Argcntina trenta ^

quattro, drei Stiegen hoch. Meine Vaterstadt hatte nicht s,

viel Realität für mich, man kann es mir glauben, ich war ^

von ihrer Existenz nicht sehr überzeugt. Sie war mir, mit ^

ihren Insassen, nicht wesentlich mehr als ein Traum, ^

skurril und ehrwürdig, geträumt vor Zeiten, geträumt von ^

mir und in der eigentümlichsten Weise mein eigen. Drei ^

Jahre schrieb ich an dem Buche, mit Müh' und Treue.