Areilich, man geht zur Tagesordnung über. Man hängtseinen Aufgaben nach, träumt seine Träume, schreibt seineBriefe, liest was Rechtes und denkt nicht mehr an Skandal-prozesse. Und dennoch . . . „Bilse und ich": dies süßeWörtlein „Und", mit Tristan zu reden, es will mir nichtaus dem Sinn. Es macht mir Gedanken, es verallgemeinertsich, es wird zum Problem. . . Wie konnte es geknüpftwerden, dieses Und? Wie kann es geschehen, daß einKünstlertum von einiger Strenge und Leidenschaft ohneZaudern verwechselt wird mit dem Wesen und Wirken einesWinkel Pasquillanten, der sein bißchen subalterne Gehässig-keit in falsches Deutsch brachte? Denkt nicht, daß es müßigist, so zu fragen, daß die Frage euch und mich nichts an-geht! Ich kenne solche, die heute jenen Ankläger einen Tropfheißen und nächstens vielleicht selber mir zurusen: „Bilse!Schmähschreiber! Höchst anstößiger Gesell!" Dann nämlich,wenn ich bei der künstlerischen Erledigung irgendeines Erleb-nisses ein wenig rücksichtslos gegen sie gewesen sein werde ...
Was ich über diese Dinge zu sagen habe, liegt mir amHerzen für jetzt und künftighin, und auf einem Abend-spaziergange habe ich beschlossen, einen Artikel daraus zumachen, damit recht viel Leute es lesen. Denn wenn rechtviele Leute es lesen, so hat es gute Chancen, auch vondenen gelesen zu werden, die es angeht. Es kann allgemeinnützlich wirken, kann aufklären, im voraus begütigen undversöhnen, Mißverständnissen Vorbeugen . . . Will manmir noch ein Weilchen zuhören? Noch zehn Minuten?
Eines steht fest: Wenn man alle Bücher, in denen einDichter, ohne von anderen als künstlerischen Rücksichtengeleitet worden zu sein, lebende Personen seiner Bekanntschaft