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Mann sein Buch a la Bilse geschrieben hat, daß auch„Buddenbrooks" ein Bilse-Roman ist, und ich werde dieseBehauptung vertreten!" Hoch aufgerichtet stand er da.
Unzweifelhaft glaubte er, was er sagte. Er glaubt vorallein, daß die literarische Gattung, die er „Bilse-Roinane"nennt, in unseren schlimmen Tagen entstanden, von ihm
entdeckt und benannt worden sei. Der Bildungsgrad, denzu erwerben er Gelegenheit genommen hat, gestattet ihm ^
nicht, zu wissen, daß stets neben der eigentlichen Literatur ^
eine andere, bedenkliche, eine Bilse-Literatur, wenn man )
will, bestanden hat, und zu gewissen Zeiten zu besonderemFlor gelangt ist, deren Erzeugnisse, künstlerisch wertlos,doch nicht ohne kulturgeschichtliches Interesse, sich den
Nimbus des Skandalösen oft noch bewahren, wenn alles jk>
Perfönlich-Kompromittierende längst daran abgewelkt ist. i«
Er weiß nicht, daß neben den Giftblüten, welche die Klatsch- kl
und Memoirenliteratur im iä. Jahrhundert trieb, das ln
Bilsenkraut als ein recht frommes Gewächslein wirkt. Er H
hält Herrn Bilse für den Vater alles Skandals und michfür feinen Bruder im Geist. So sieht er mich, Gott steh' Hk
ihm bei! Er zweifelt nicht, daß meine literarischen Be- p
mühungen nur darum einige Teilnahine gefunden haben, ,
weil ich in „Buddenbrooks" ein paar Lübecker Bürgerchpen U
behaglich abkonterfeit habe, eine Tatsache, die seiner An- ^
schaumig nach das deutsche Publikum von der Maas bisan die Memel mit lüsterner Schadenfreude erfüllt hat. Er ^
findet keinen Unterschied zwischen mir und dem Mann der ,j,
„Kleinen Garnison", fände keinen, auch wenn er wollte.
„Ich will's vertreten!" sagt er. Hoch aufgerichtet, in ^
streitbarer Einfalt, steht er da. — Und so wollen wir ihn si
stehen lassen. ^