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Erika : Düsseldorfer Malkasten-Tragödie in fünf Aufzügen
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Die schönste Seite in des Lebens Buch

Die Lieb' er muß darauf verzichten.

Kaiserin (ein Papi» zeigend.)

Und hier Das Laufende gleich zu besorgen

Sechs Todesurtheil' harren schonSeit vor'gen Montag der Execntion

Herr unterschreibt verschiebt es nicht auf morgen.Ihr wißt: ein neues Rad, ein neuer Galgen,

Sie soll'n eröffnet werden dem Verkehr,

Schaulustig Volk sieht man schon um die Plätze balgen.Doch noch sind Rad und Galgen leer.

Kaiser

(sich umsehend und Erika gewahrend, für sich).

Da steht sie. Holde Erika,

O Du der Blumen süße Königinne

Ich fühlt's an meinem mildern Sinne,

Daß mir die zarte Haideblume nah.

O kann ich hier Dich nicht an's Herze drücken.

Den Arm um Deiner Reize Anmuth stricken

Laß' in Gedanken sein mich Dir vereintUnd manoeuvriren mit markirtem Feind!

(Er schlägt den Arm um die Kaiserin und drückt sie an sich.)

Kaiserin.

Was soll das sein? Seit wann besteht die Sitt'

Des Kosens denn bei lichter Tageshelle?

Zähm' diese Ungebühr und wart' damit.

Das Eh'bett ist die consecrirte Stelle.

(Sie reißt sich los.)

Hier diese Todesurtheil' unterschreib'!

Kaiser.

Du bist ein musterhaftes Eheweib

Und unter Deiner Fürsorg' ems'gem HebelDas Wohl des Hauses sich beständig mehrt

Der Scheiterhaufen flammt als Küchenheerd,

Und Rad und Galgen sind die Lieblingsmeubel!

(Er zerreißt das Papier, dann, mit einem langen Blicke aufErika ab.)