Verlag von Oswald Mutze in Leipzig.
Heinrich Swoboda's
Gesammelte
In 6 Bändchen zu je 6—8 Bogen 8".
Zweite vermehrte Auflage. Preis pro Siindchcn 1 M. 50 Pf.Complet in zwei prachtvollen Einbänden 11 Mk.
Gesammelte
Die Reichenberger Zeitung" 1881 Nr. 176 schreibt:
Gesammelte Gedichte, Dramen und Erzählungen vonHeinrich Swoboda. 2. Auslage. Verlag von Oswald Mutzein Leipzig.Nachdem wir vor kurzer Zeit Gelegenheit gefunden hatten, in beifälligerWeise den ersten Band, die Gedichte des freisinnigen, gesinnnngstüch-tigen Verfassers zu besprechen, liegt heute der zweite und dritte Bandvor. Der zweite Band enthält vier Erzählungen: „Des FörstersFritz", „Bogumil", „Die Pschirrveits-Leni" und „Der Rosenkranz".Alle diese Erzählungen sind sehr spannend geschrieben und zeichnen sichdadurch aus, daß in dieselben die fortschrittlichen Ideen der Neuzeitin populärer Weise verwoben sind. Wir können den Verfasser alsunserndeutsch-böhmischenRosegger begrüßen. Mit derselben Originalitätund Frische zeichnet der Verfasser, daß von den mächtigen Ideen derNeuzeit nun auch nach und nach das niedere Volk ergriffen wird. Be-sonders gelungen ist „Die Pschirrveits-Leni". Der Held ist ein frei-sinniger Caplan, der im Gegensätze zu einem bigotten, nichts wenigerals ehrenhaften Pfarrer steht, schließlich auf sein Priesteramt verzichtetund Schuldirektor wird. Nächst dieser längern Novelle ist besonders„Des Försters Fritz" hervorzuheben, eine Erzählung, die den Stände-unterschied, den überlebten Gegensatz zwischen Adel und Bürgerthum, inorigineller Weise charakterisirt. Der alte Fürst, mit seinen bornirten,fadenscheinigen Ideen; der aufgeklärte Adelige, der sein eigenes Adels-diplom ironisirt; die frische und sympathische Figur des Fritz sindtrefflich gezeichnet. Auch hier mangelt es nicht an zündenden Ideen.Sehr gelungen ist auch „Der Rosenkranz".... Wir können die Gedichteund die Erzählungen nicht genug allen jenen Vereinen empfehlen,welche die Aufklärung des Volkes auf ihre Fahne ge-fchrieben haben.
Der 3. Band enthält das Drama „Ein Vandale", das Stilichoden Vormund und Feldherrn des schwachen weströmischen KaisersHonorius zum Helden hat. Auch hier zeigt sich der deutsche Patrio-tismus des Verfassers, wobei allerdings die historische Wirklichkeit in'sLeiden kommt. Abgesehen von allen Licenzen, die dem Dichter eines„historischen Gemäldes^ erlaubt sind, war Stilicho ganz gewiß nichtdie ideale Figur, die uns der Verfasser vorführt. Immerhin sindaber die Vorzüge der Tragödie derart, daß man sie mit Interesse undSpannung liest."