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Erika : Düsseldorfer Malkasten-Tragödie in fünf Aufzügen
Entstehung
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Wie ich durch Saal's Gedränge streif,

Entfällt mir just die Schleife blau,

Und wie nachher zurück ich schau,

Der Kaiser hob die Schleife aufUnd führte sie zum Munde

Mir ward ganz flau und küßte draufSich fast die Lippen wunde.

-LMa.

Kann's nicht vielleicht ein Jrrthum sein?

Adelaide.

Ach wollt' es Gott! doch nein doch neinDenn was passirt ist gestern Nacht,

Jedweden Zweifel schweigen macht.

Im Corridor, wo Thür an ThürWir Beide schlafen, Erika,

Hör' ich früh morgens gegen vier

Ein schleichend Geh'n wie ward mir da!

Ich öffnete die Thür ganz leis

Da ward's mir plötzlich kalt und heiß

Denk' Dir er war's! Der Kaiser standAlldort im leichten Nachtgewand.

Ich könnt' vor Schaam mich fassen nichtUnd hielt die Hände vor's Gesicht

Und er lief schnellen Schrittes fort.

Das erste MalHat ihn Gewissensqual

Verscheucht von meiner Schwelle heil'gem Ort.

Doch wenn's zum zweiten Mal ihn treibtHieher zu meiner Kammer

Wenn er's Gewissen übertäubtNach Männerart o Jammer!

Lrika.

So schiebet doch den Riegel vor!

Adelaide.

Das wäre schwarzer Hochverrath

Die Thür verriegeln, wenn der Kaiser naht!

Sein ist das Land mit Thür und Thor!