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Graf von Gleichen : dramatisches Rittermährchen in vier Aufzügen
Entstehung
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O Gott im Himmel, steh' mir gnädig bei,

Ich Hab ermordet meine beiden Frauen!

(Nach einer langen verzweifelten Pause.)

Da steh' ich nun, die Hand befleckt mit Blut,

Am Grab des Glücks, das ich mir selbst gegraben,

Ich, dem der Welten zwei ihr schönstes Gut,

Die edelsten all ihrer Perlen gaben.

Der deutschen Lilien keuscheste wuchs hierUnd Schiras schönste Rose glüht daneben,

In keinem Garten küßt je ein ZephyrMit einem Hauch zwei solche Blumenleben.

Der goldne Becher schwoll bis an den Rand,

War's Cypern's Feu'r, waren's Altrheinlands Gluthen?'

Ich hielt den Becher zitternd in der HandUnd sah' den Trank zu meinen Lippen fluten.

Zertreten ist das edle Perlenpaar,

Die Ros', die Lilie hat ein Sturm geknicket,

Der Becher, der an meinen Lippen war,

In Scherben liegt er vor mir da zerstücket.

(Zu seinem Schwert)

Du guter Stahl hast wacker ausgefegt,

Nun noch die letzte Arbeit alter Degen,

Wohin Du Deines Ritters Glück gelegt,

Dahin sollst Du jetzt Deinen Ritter legen.

(Er will sich erstechen, doch plötzlich einhaltend)

Doch komm' ich so nicht Ewigkeit zu DirMit einer grausen Todsünd' Fluch beladen?

O güt'ger Himmel gieb ein Zeichen mir,

Ob ich mich darf im eig'nen Blute baden.

(Die Geister der Weinreisenden erscheinen mit dem Kopf im Arm.)-Erster Geist.

Wir haben hier ein Pöstchen noch auf Buch.

Zweiter Geist.

Wir drängen nie, doch nur der Ordnung wegen.

Gleichen.

Du sprachst, o Himmel, jetzt weiß ich genug,

Zahl' ineine Schulden, alter wackrer Degen.

(Er ersticht sich. Die Geister verschwinden.)