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Graf von Gleichen : dramatisches Rittermährchen in vier Aufzügen
Entstehung
Seite
58
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Kunigunde.

Du sahst am Himmel Ungewitter dreuen.

Zutcika.

Wert»' drum doch fromm zu diesem Himmel flehn.Kunigunde.

Und ich werd' mich am Sonnenglanz erfreuen.

(Auf den schlafenden Grafen zeigend)

Wie wird dem wieder lächeln froh die Welt,

Sieht er in lieber Eintracht uns zusammen.

ZUlrika (Kunigunde umarmend).

Sieht er an diesem großen HimmelszeltBescheiden meine kleine Sonne flammen.

Kunigunde.

Komm' laß uns treten vor seinem Lager hin,

Erwecken ihn mit Lieb- und Friedegrüßen.

Zuteika.

Laß Brust an Brust uns zwei erwecken ihn,

Indem wir seine beiden Augen küssen.

Gleichen

(erwachend und wild aufspringend).

Da sind sie wieder, Schwert thu' Deine Pflicht,Zurück zur Höll', drauß' Satan Euch entführet,

Schon Manchem löscht' ich aus das Lebenslicht,

Noch Keinem, dem es so wie Euch gebühret!

(Er ersticht Kunigunde und Zuleika)

Es ist gescheh'n, sie liegen todt am Grund;

Was Hölle, bist so leicht Du zu verletzen?

Ich glaubte, solcher Monstre-DoppelmundMüßt' noch im Tod die Zunge greifend wetzen.

(Tritt näher)

Und Arm in Arm verschlungen diese Zwei,

Wie Freundinnen, vom Tod ereilt, zu schauen.

(Er beugt sich über die Leichen, plötzlich wild auffahrend.)