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Graf von Gleichen : dramatisches Rittermährchen in vier Aufzügen
Entstehung
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In Elend tief verderben ihn,

Da hört beim Klang der Zither holdEr eine Maid umwerben ihn.

Sie ließ des Palmenthales Grün,

Wo sie vom Glanz umbettet war,

Gab Eltern, Heimath, Alles hin,Damit ihr Christ gerettet war.

Die Lieb' nimmt ohne Wahl es hin,Was tief im Herzen glüht vor ihrAm Grund des Rittersaales hin,

Die das gethan, sie kniet vor Dir.

(Sie finkt vor Kunigunde auf die Kniee)Des Ritters Herz ist weit und ach,Zwei Herzen haben Raum darin,

Werden sich lieben beid' und ach,

Sie thun's schon, da sie kaum darin.

Sie liegen Seit' an Seit' und ach,Zerwachsen, daß kein Saum darinUnd theilen Freud' und Leid, und ach,Sie träumen schönsten Traum darin.

Fünfter Auftritt.

Nie Vorigen. Nrr Teufel.

(Kunigunde hält das Taschentuch vor die Augen und weint.Der Teufel erscheint horchend hinter einem Ofenschirm.)

Teufel.

Zu viel des Sentiments wird hier verwandt,

Da muß ich etwas näher steh'n und lauschen.

Was ich so schön geplant aus langer Hand,

In ein Paar dummen Thränen sollt's verrauschen?

Kunigunde (am Fenster stehend).

Das Weiberherz, es ist kein Wanderzelt,

Wo's einmal Wurzel schlug, will's ewig wohnen.

Und fein Scholle ist ihm seine Welt,

Da will es ewig dienen, ewig thronen.