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Graf von Gleichen : dramatisches Rittermährchen in vier Aufzügen
Entstehung
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Es sollen zieh'n von diesem reichen OrtNicht unbefriedigt Mönch und Sänger fort.

Kunigunde.

An Kellers- und an SpeisekammersthürSteht sparend sonst das deutsche Weib auf Posten,Doch gilt's den Dienst der heilg'en Kirche schierUnd Minnesang, läßt gern sie sich's was kosten.Und heilt Ihr singend, pred'gend meinen Mann,Soll diese Hand frcigeb'gen Lohn Euch reichen,Doch erst laßt hören, was ein Jeder kann,

Der Lohn folgt, wenn die Arbeit ist gethan;

So ist die Ordnung auf dem Schlosse Gleichen.

(Sie setzt sich auf einen erhöhten Sessel.)

Mönch (im Predigerton).

So hör' mich denn Du sünd'ge Menschenbrut:

Der Türk' am heil'gen Grabe breit sich thut,

Und Du schlampampst in fauler Ruhe hier,

Steckst bis zum Hals im sünd'gen Weltplaisir,Denkst nicht an Hölle, Fegefeuer oder Himmel,Nicht, daß die Seele fingerdick voll Schimmel,

Die Lieb' zu Gott von Zinn, der Glaube pappen,Dir wird vom Himmelreich auch nicht ein Lappen.Und ach an Palästina's heil'ger GrenzDer Ablaß nur so auf der Straße lieget;

Denn mehr als hier zehn Ellen Rosenkränz'

Im heil'gen Land ein Paternoster wieget,

Doch der Herr Ritter muß sich hier ergötzenUnd frech sitzt dort der Türk' auf seinen Schätzen.

Gleichen (zerknirscht).

Ha! wie so feste packt mich an die Reu',

Auf meiner Seele liegt's so schwer wie Blei,

Und Ablaß ist so bill'g an jenen Orten

Sprach auch von sonst'gen Schätzen ja noch dorten.

Minnesänger (singt).

Smaragd und Rubinen fern vom GangesIn Sultan Reschid's güldnen Truh'n