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Graf von Gleichen : dramatisches Rittermährchen in vier Aufzügen
Entstehung
Seite
11
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CasteUcm (heftig erschreckend).

Ach, Meister Satan, bitt' Euch um Verzeihung,

's war nicht aus Durst, 's war nur so aus Zerstreuung.

Teufel.

Steh Er nicht da, so Jammerangesichts,

Ich sollt ihm diesen kargen Schluck verübeln?

Ein Schluck aus fremdem Kruge ist noch nichts,

Höchstens das Alpha in des Satan's Fiebcln,

Träumt doch vom Omega Er schon zur Stund'!

Ueber des Grafen Leib flog in GedankenSchon buhlerisch sein Sinn zu Kunigund

Und steht jetzt da, und Seine Kniee schwanken.

Hätt' ich gedacht, solchen Poltron zur Stelle,

War heimgeblieben in der warmen Hölle.

Auf, Muth gefaßt, denk Er an's schöne Weib,

Soll leben hoch der Gräfin weißer Leib!

(Er nimmt die Kanne und trinkt.)

Cllstcllan.

Der thut ja grad, wie unser einer macht,

Wenn ihm der Durst zuschnürt die trockne Kehle,

Hätt so gemüthlich nimmer ihn gedacht,

Der Teufel trinkt Rheinwein bei meiner Seele.

(Er greift lachend zur Kanne.)

Der Gräfin weißer Leib, das ist ein Spaß,

Ich trink Bescheid Euch, Junker Satanas!

(Er trinkt.)

Trufrt (in die Kanne sehend).

So, jetzt versteh'» wir uns, es ist nichts drin geblieben,

Mit diesem Schluck hat er sich mir verschrieben.

Jetzt setz' er sich auf jenen Sessel dort,

Ich hier, daß wir in Ruh delibcriren. (Sehen sich.)

Vor allen Dingen muß das Gräflein fort,

Dann kann der Castellan hier frei regieren.

Nun hört, mein Plänchen wird Erich gleich erhell'n.

Zu Anfang muß ich sein Gewissen plagen;

Jüngst hat im Strauß zwei Weinhändlern aus Cöln,