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Zur Familiengeschichte der Steiner im 17. Jahrhundert
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lösung von einer Seite, von wo er sie vielleicht am Welligsten vermuthet

liitte,

Nach

kurzen Krankenlager starb er im Jahre

169ü im Alter von Bechzig Jahren.

einem

Dies ist in flüchtigen Umrissen das Leben eines Winterthurers, der als einer der erstenVertreter des Grosshandels in seiner engeren Heimat anzusehen ist. Ein Mann von lebhafter Ein-bildungskraft und grossem Unternehmungsgeist, war er kühn im Entwurf und im Anfassen vonPlänen, aber wenig dazu geschaffen, kaltblütig und besonnen ein bestimmtes Ziel zu verfolgen.Ausserordentlich verwegen, so lange das Glück ihn begünstigte, immer bereit, Alles auf einmalzu unternehmen, stürzte er nach den glänzendsten Erfolgen in den tiefsten Ruin. Als echterTemperamentsmensch in Zuneigung und Abneigung sich immer in Extremen bewegend, war ermit dem einen Theil seiner Familie durch warme Anhänglichkeit verbunden, während ihn lang-jährige Zwistigkeiten von dem andern trennten. Leidenschaftlich hartnäckig in seinen Streitig-keiten mit den Regierungen, herrschsüchtig und ungerecht seinen Söhnen gegenüber, konnte erdoch in manchen Augenblicken aufrichtige Reue zeigen, nur dass diese letztere Stimmung stetseine rasch vorübergehende war. Seine religiösen Ueberzeugungen erscheinen lebendig und kräftig,aber sie haben offenbar mehr Verwandtschaft mit den Anschauungen des alten als mit denen desneuen Testaments. Ein Mann von solcher Art musste auf der einen Seite Mitleid und Sympathiebei den Frauen finden, die sich von der Lebhaftigkeit und Energie seinen' Gefühle — ganz ab-

gesehen davon, ob sie berechtigt waren oder nicht

aneezoe«

n fühlten, während er auf der

andern Seite die Regierungen und ernste Geschäftsmänner durch seine Willkür, seine Ruhelosigkeitund seinen phantastischen, bis in's Krankhafte gesteigerten Eigensinn immer wieder von sichzurückstiess. »So kam es, dass er in der zweiten Hälfte seiner Laufbahn die Früchte der erstenHälfte verlor, um erst in den letzten Jahren seines Lebens, nach den mannigfaltigsten Prüfungen,den Grad innerer Reife zu erlangen, der ihm zu erreichen möglich war.

Zum Schluss sei bemerkt, dass sich in der Darstellung der Chronistin, besondere gegendas Ende hin, eine Reihe von Einzelheiten finden, die durchaus den Eindruck machen, als ob sielediglich zur volleren Abrundung des Erzähltem hinzugefügt worden seien. Diese Punkte sind hierübergangen worden, weil ihre UnWahrscheinlichkeit aus dem Gesagten ohne Weiteres erhellt undda ausserdem der Zweck dieser Zeilen nur der war, an einem naheliegenden Beispiel zu zeigen,wie Familientraditionen, analog gewissen nationalen Traditionen, in der Weise entstehen können, dassdie Gestalt des Helden in einem Höhepunkt seiner Entwicklung festgehalten und von den nach-folgenden Generationen immer mehr in dieser bestimmten Richtung fortgebildet wird; währendaber die Kompliziertheit der menschlichen Natur in geschichtlich hervorragenden Männern derKritik ein weites Feld offen lässt, kann in Fällen einfacher Ai't schon die Durchsicht einiger zeit-genössischer Dokumente hinreichen, um dem Sachverhalt ziemlich nahe zu kommen.