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ihr Vatter: Sie sollten entweder doppelt so viel Lohn als Fremde forderen, oder nicht in derGohlfahriquo helffen mit arbeiten; und nun wurde ihnen doppelter lohn gegeben. Diese Goldfarbkämme nachher an Herrn Rathherrn und Spittclmeister Ulrich Steiner zum Drachen, und an HerrnMelchior Steiner des Gr. Raths bey der Hofnung, Gebrüdere, unter welchen die Goldfabrique soviel als gäntzlich aufborte, und nun wird das wcitläuft'tige Gebäud, die Goldfarb, stückweis verkaufft.Die Mutter dieser Kinder, wie gedacht, war eine unabsönderlichc Gefährtin des unglücklichenHerrn Melchior Steiners, und theilte mit Ihm sein Ehlend, wohin er immer zöge. Die Söhne hin-gegen, besonders der älteste wurden des Herumziehons und des vielfähltigen Unglücks in derHandlung ihres Vatter entlich übertrüssig, und fassten den Anschlag ihn läbenslänglich nach Zürichim Spithal zu versorgen, sagende: Er habe einen unruhigen Geist; Er undernehme zu viel, undso mancherley etc.; Er werde entlieh alles zu grand richten etc. — Sie wollten ihn nicht aufWinterthur lassen kommen, wie er schon auf dem Biiel und nachher lust bezeugete bey seinenMinderjährigen Rinderen aufzuhalten; aber umsonst: es wäre jetzt von den 3 ältesten Söhnenbeschlossen den Vater für immer zu versorgen. Sie sendeten eine Litiere mit Oberkcitlichem Befehlversehen nach Diessenhoffen; und nun musste Herr Melchior Wiederwillen einsitzen : man nammeihm auch sogar seinen Pittschaft Ring von seiner Hand mit gewalt; Seine treue Helffte, bereitauch Lebensgefahr mit ihm zu theilen, verliess ihn in dieser noth nicht, setzte sich zu ihm in dieLitieren; und also wurden Sic anno 1088 auf Zürich geführt, und zwahr in Spithal, in welchemmann ihm erlaubte f'rey herumzuspazieren, aber nicht äussert dem Spithaler Hof: Er spiesse mitdem Herrn Spittclmeister an gleichem Tisch, und wurde jährlich 100 fl. für ihn Tischgelt vonseinen Söhnen bezahlt. Von Zürich aus schriebe er viele Brief, besonders an seine Liebe Töchterennach Winterthur: derren viele eigenhändig ich aufbehalten und vom undergang crettet habe. Daweder Ehman seine Helffte noch diese jennen verlassen konnte: so bliebe dieser Treue Ehgenossbey Herrn Melchior Steiner im Spithal bis an sein End, welches an einem Sontag Abend anFelix und Regula Tag anno 1690 erfohlgete.
Bey seiner Krankheit, welche gegen 12 tag in circa dauretc hielte Frau Steinerin beyihrem Herren an: dass er einwillige sich auf Winterthur führen zu lassen, um da zu sterben undda begraben zu werden: Er wäre es zufrieden, und sprach: thut, was ihr wollet, es ist mir gleich-viel wo ich sterbe und begraben werde; die Erde ist des Herren, und was darauf und darinnenist (wiewohl Herr Melchior Steiner bey seinen gesunden tagen offt die Freyheit gewünscht, dass mannihm erlauben möchte nach Winterthur zu kommen). Des jetzlebenden Herrn Rechenherrn JohannJacob Steiners im Steinhof seeliger Herr Grossvater (Jacob Steiner) wäre dazumahl ein jungerKnab, des Herrn Melchiors nachjüngster Sohn. Dieser reisete mit erlaubnuss seiner 3 ältestenBrüder auf Zürich seinen Kranken Herr Vater zu besuchen, und als er zurück von Zürich kämm,begegnete ihm seine jüngste Schwöster Elsbetha Steiner, die auch auf dem weg nach Zürichbegriffen, bey dem Steinernen Brügli, und als Sie von ihm die gefahrliche Kranckheit ihres gemein-schafftlichon Lieben Vaters vernonmen, wollte Sie ihn bereden mit ihr nach Zürich zurück zukehren: Nein, antwortete der forchtsammo jünglich, ich darf nicht, meine Brüder wurden aufmich böse werden, wenn ich nicht zurückkäme, und sehr zornig über mich Werden, wenn ich nitIhnen wieder Bericht erstattete: ich muss auf Winterthur gehen. Der Jüngling that es auch undberichtete, wie dass die Muter den Vater mit allem gewalt wolle auf Winterthur bringen und danach seinem Tod begraben lassen. Hierauf sendeten die Brüder diesen Jakob zum anderenmahlnach Zürich solches zu verhinderen, und gäntzlich zu hindertreiben; es wäre aber zu späth: derJakob käme nur bis oben an die Steig, so brachte mann schon den Leichnam des sei. verstorbenenVaters, auf einem wägeli, in begleit seines Treuen Ehgenossen, der ältesten und jüngsten Töchtern.