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Zur Familiengeschichte der Steiner im 17. Jahrhundert
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gelt seye; und jährlich aufs wenigste 12 P °/o abtrage. Er wolle ihm alle Vortheile und einriclitungseiner Goldfabric entdecken und zeigen: Herr Steiner solle also seinen Rinderen zu Gut solchenQ-ewerb übernehmen", Es werde ihn nicht gereuen.

Der undernehmende Geist des activen Steiners Hesse sodann, ohne jemandem von denseinigen etwas davon zu sagen alle anstaltcn zu dieser fabricq vorkehren; und einen Wagen mitallem Notlügen Werckzcug zur Gold- und Süber-fabrique von München kommen nebst 3 Personennemmlich einem Trahtzeuher, einer Gold Spinneria und einer Gold Blätterin: das war die grundlagund der aufang eines Gewerbs so zu Winterthur eine lange Zeit mit dem glücklichsten crfohlgnachher geblühet, aber nur ein halbes seculum gedauret hat: diese f'abrique war unter den Händender Steinerischen allein geblieben.

Die Kinder des Herrn Melchior Steiner wussten das Vorhaben dieses gewerbs erst eineStund vor der Ankunfft des Wagens und der 3 Personen von München; und stutzten gewaltig überdiese neulich, dass Sie so viel unbekannte arbeit übernehmen sollten; weil Sie aber einen fähigenVerstand hatten, erlehrnten Sie alles bald und vollkommen: Bey diesem Goldgewerb handlet«Herr Steiner mit so grossem Vortheil und Glück, dass solches die Aufmerksamkeit des JunkerLandhofmeisters des Fürsten und Abts von St. Gallen an sich zog, dieser Landhofmeister wurdeinsgemein Fidel oder Fidelis genannt; derselbe, und Herr Burgermeister Esclier, und offtgedachter Herr Melchior Steiner wurden beynahe für die Klügsten Männer der Eydgenossschafftselbiger Zeit gehalten. Der gedachte Fidelis wohnete ohnweit von St. Gallen auf der Burg, machtemit Herrn Melchior Steiner bekanntschaft und suchte auf alle mögliche Weiss durch grosses Ver-sprechen denselben anzulocken, dass er sich mit seiner Goldfabrique in des Fürsten Land oderim Toggenburg etabliren möchte; er liess ihm keine Ruh, und beredte ihn entlich eine Reissdahin zu thun : Herr Melchior blieb 12 Wochen im Toggenburg, die Anlag zu der Goldfabriqueschiene ihm recht bequem zu seyn; und Fidel säumte nicht ilunc Brief und Siegel zuzustellen,krafft Avelcher er alle Freyheit im Handel und Wandel, besonders der fabrique halben und mitabsieht auf seine Sicherheit im Land gemessen sollte: Herr Steiner fieng sogleich an die Gold-und Silber-Schmeltzc zu bauen, zu B ich weil einem nach Jonschweil, jetz aber nach Obcr-Utzweilpfarrgenössigem Dörhein. Er schrieb nach Zürich seiner famillien seinen Entschluss, den ergenohmen sich da niederzulassen. Die famillien verliess mit grossem Wioderwillcn die Statt Zürichund zog anno 1684 auf Bychwcil; die fabrique liess Sich gut an, und schiene der Segen in derHandlung so gross, dass es das ansehen bekamm, als wenn Seine Kinder mit der -Zeit nicht blossgrosse bemittlcte Herren, sonder Barono werden sollten; dann die Zukunfft liess mehr Vortheilhoffen, als der vorrige Saltz Handel, dabey er jährlich 30,000 11. zu der Zeit gewünnen konnte,als er ihm abgenommen ward, ihm Vortheile versprochen hatte. Allein Gottes Wege sind änderstals der Menschen Weg, dann dieser grosse Mann sollte durch Kreutz und Trübsahl geprüfft auchein glaubens Held werden.

Kaum war er 4 Jahr zuBichweil als der gäntzliche umsturtz seiner Glücksumstände aufeinmahl und plötzlich erfohlgete, und der Anfang oder erste Ring einer Kette von lauter Trübsalengeworden bis an das End seines mühseligen Lebens. — Der Anlass war die Religion. Es befändesich in der reden und Thaten des Herrn Steiners so viel Christliches und Grossmüthiges dass allearbeitei' ihn hochschätzten und liebten; und 4 von seinen catholischen Arbeitsleuthen tratten zurReformirten Religion über: diess machte ein grosses Aufsehen, und das St. Gallische Kloster-Conventbesorgte sogar, es möchte gantz Bichweil zuletzt Rcformirt werden. Fidelis blieb zwahr nochimmer dem Herrn Steiner geneigt; allein die Macht des Aberglaubens und des blinden Religion-Eifers bebielt doch zuletzt die Oberhand. Die blosse Vorstellung, dass die Liebreizende Freund-