singen von den geheimen und doch auch offenen Ein-flüssen solcher infantilen Nachahmung auf seine Bio-graphie, seine produktive Lebensführung, welche oftnichts anderes ist als die Neubelebung der Heroenvitaunter sehr anderen zeitlichen und persönlichen Be-dingungen und mit sehr anderen, sagen wir: kind-lichen Mitteln. So kann die imitatio Goethes mit ihrenErinnerungen an die Werther-, die Meister-Stufe undan die Altersphase von Faust und Diwan noch heuteaus dem Unbewußten ein Schriftstellerleben führenund mythisch bestimmen$ — ich sage: aus dem Unbe-wußten, obgleich im Künstler das Unbewußte jedenAugenblick ins lächelnd Bewußte und kindlich-tiefAufmerksame hinüberspielt.
Der Joseph des Romans ist ein Künstler insofern erspielt, nämlich mit seiner imitatio Gottes auf dem Un-bewußten spielt, — und ich weiß nicht, welches Gefühlvon Zukunftsahnung, Zukunftsfreude mich ergreift,wenn ich dieser Erheiterung des Unbewußten zumSpiel, dieser seiner Fruchtbarmachung für eine feier-liche Lebensproduktion, dieser erzählerischen Begeg-nung von Psychologie und Mythos nachhänge, diezugleich eine festliche Begegnung von Dichtung undPsychoanalyse ist. „Zukunft“ — ich habe das Wort inden Titel meines Vortrages aufgenommen, einfach,weil der Begriff der Zukunft derjenige ist, den ich amliebsten und unwillkürlichsten mit dem Namen Freudsverbinde. Aber während ich zu Ihnen sprach, mußte