ich mich fragen, ob ich mich nicht mit meiner An-kündigung einer Irreführung schuldig gemacht:„Freud und der Mythos“, das wäre nach dem, was ichbis jetzt zum Schluß gesagt, etwa der richtige Titelgewesen. — Und dennoch hängt mein Gefühl an derVerbindung von Name und Wort und möchte einenZusammenhang dieser Formel wahrhaben mit dem,was ich sagte. Ja, so wahr ich mich zu glauben erkühne,daß in dem Spiel der Psychologie auf dem Mythos, wor-in jener der Freudschen Welt befreundete Roman sichübt, Keime und Elemente eines neuen Menschheitsge-fühls, einer kommenden Humanität beschlossen liegen,so vollkommen bin ich überzeugt, daß man in FreudsLebenswerk einmal einen der wichtigsten Bausteineerkennen wird, die beigetragen worden sind zu einerheute auf vielfache Weise sich bildenden neuen An-thropologie und damit zum Fundament der Zukunft,dem Hause einer klügeren und freieren Menschheit.Dieser ärztliche Psycholog wird geehrt werden, soglaube ich, als Wegbereiter eines künftigen Huma-nismus, den wir ahnen, und der durch vieles hin-durchgegangen sein wird, von dem frühere Huma-nismen nichts wußten, - eines Humanismus, der zuden Mächten der Unterwelt, des Unbewußten, des„Es“ in einem keckeren, freieren und heitereren,einem kunstreiferen Verhältnis stehen wird, als eseinem in neurotischer Angst und zugehörigem Haßsich mühenden Menschentum von heute vergönnt ist.
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