Fastnachtsfarce, den populären Mimus. Es gibt einemythische Kunstoptik auf das Leben, unter der diesesals farcenhaftes Spiel, als theatralischer Vollzug vonetwas festlich Vorgeschriebenem, als Kasperliade er-scheint, worin mythische Charaktermarionetten eineoft dagewesene, feststehende und spaßhaft wieder Ge-genwart werdende „Handlung“ abhaspeln und voll-ziehen. Und es fehlt nur, daß diese Optik in die Sub-jektivität der handelnden Personagen selbst eingeht,in ihnen selbst als Spielbewußtsein, festlich-mythischesBewußtsein vorgestellt wird, damit eine Epik gezeitigtwerde, wie sie sich in den „ Geschichten Jaakobs“ wun-derlich genug ergibt, besonders in dem Kapitel „Dergroße Jokus“, worin zwischen Personen, die alle wohlwissen, was sie sind und in welchen Spuren sie gehen,zwischen Isaak, Esau und Jaakob, die bitter-komischeGeschichte, wie Esau, der Rote, der genasführte Teufel,geprellt wird um seines Vaters Segen, zum Gaudiumdes Hofvolks als mythische Festfarce jokos und tra-gisch sich abspielt. — Und ist nicht vor allem der Helddieses Romans ein solcher Zelebrant des Lebens: Josephselbst, der mit einer anmutigen Art von religiöser Hoch-stapelei den Tammuz-Osiris-Mythos in seiner Personvergegenwärtigt, sich das Leben des Zerrissenen, Be-grabenen und Auferstehenden „geschehen läßt“ undsein festliches Spiel treibt mit dem, was gemeinhinnur aus der Tiefe heimlich das Leben bestimmt undformt: dem Unbewußten? Das Geheimnis des Meta-
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Freud und die Zukunft : [Vortrag gehalten in Wien am 8. Mai 1936 zur Feier von Sigmund Freuds 80. Geburtstag]
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