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Freud und die Zukunft : [Vortrag gehalten in Wien am 8. Mai 1936 zur Feier von Sigmund Freuds 80. Geburtstag]
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tega y Gasset drückt das so aus, daß der antike Mensch,ehe er etwas tue, einen Schritt zurücktrete, gleichdem Torero, der zum Todesstoß aushole. Er sucheinder Vergangenheit ein Vorbild, in das er wie in eineTaucherglocke schlüpfe, um sich so, zugleich ge-schützt und entstellt, in das gegenwärtige Problemhineinzustürzen. Darum sei sein Leben in gewisserWeise ein Beleben, ein archaisierendes Verhalten. -Aber eben dies Leben als Beleben, Wiederbeleben istdas Leben im Mythos. Alexander ging in den Spurendes Miltiades, und von Caesar waren seine antikenBiographen mit Recht oder Unrecht überzeugt, erwolle den Alexander nachahmen. DiesNachahmenaber ist weit mehr, als heut in dem Worte liegt; esist die mythische Identifikation, die der Antike beson-ders vertraut war, aber weit in die neue Zeit hinein-spielt und seelisch jederzeit möglich bleibt. Das antikeGepräge der Gestalt Napoleons ist oft betont worden.Er bedauerte, daß die moderne Bewußtseinslage ihmnicht gestatte, sich für den Sohn Jupiter-Amons aus-zugeben, wie Alexander. Aber daß er sich, zur Zeitseines orientalischen Unternehmens, wenigstens mitAlexander mythisch verwechselt hat, braucht mannicht zu bezweifeln, und später, als er sich fürs Abend-land entschieden hatte, erklärte er:Ich bin Karlder Große. Wohl gemerkt nicht etwa:Ich er-innere an ihn; nicht:Meine Stellung ist der seinenähnlich. Auch nicht:Ich bin wie er; sondern

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