Lichte ist und Gegenwart wird; sie ist mythischeWürde, welche auch dem elenden und nichtswürdi-gen Charakter noch zukommt, ist natürliche Würde,weil sie dem Unbewußten entstammt.
Dies ist der Blick, den der mythisch orientierteErzähler auf die Erscheinungen richtet, und Sie sehenwohl: es ist ein ironisch überlegener Blick; denn diemythische Erkenntnis hat hier ihren Ort nur im An-schauenden, nicht auch im Angeschauten. Wie abernun, wenn der mythische Aspekt sich subjektivierte,ins agierende Ich selber einginge und darin wach wäre,so daß es mit freudigem oder düsterem Stolze sich seiner„Wiederkehr“, seiner Typik bewußt wäre, seine Rolleauf Erden zelebrierte und seine Würde ausschließlichin dem Wissen fände, das Gegründete imFleisch wiedervorzustellen, es wieder zu verkörpern ? Erst das, kannman sagen, wäre „gelebter Mythos“; und man glaubenicht, daß es etwas Neues und Unerprobtes ist: dasLeben im Mythos, das Leben als weihevolle Wieder-holung ist eine historische Lebensform, die Antike hatso gelebt. Ein Beispiel ist die Gestalt der ägyptischenKleopatra, die ganz und gar eine Ischtar-Astarte-Ge-stalt, Aphrodite in Person ist, - wie denn Bachofenin seiner Charakteristik des bacchischen Kultes, derdionysischen Kultur in der Königin das vollendete Bildeiner dionysischen Stimula sieht, die, nach Plutarch,weit mehr noch durch erotische Geisteskultur als durchkörperliche Reize das zu Aphrodites irdischer Ver-
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