zeigt da, wie die ältere, naive, von der Legende undvom Volkstümlichen her gespeiste und bestimmteLebensbeschreibung, namentlich die Künstlerbiogra-phie, feststehende, schematisch-typische Züge undVorgänge, biographisches Formelgut sozusagen kon-ventioneller Art in die Geschichte ihres Helden auf-nimmt, gleichsam um sie sich dadurch legitimie-ren, sich als echt, als richtig ausweisen zu lassen -als richtig im Sinne des „Wie es immer war“ und" „Wie es geschrieben steht“. Denn dem Menschen istam Wiedererkennen gelegen; er möchte das Alte imNeuen wiederfinden und das Typische im Indivi-duellen. Darauf beruht alle Traulichkeit des Lebens,welches als vollkommen neu, einmalig und indivi-duell sich darstellend, ohne daß es die Möglichkeit böte,Altvertrautes darin wiederzufinden, nur erschreckenund verwirren könnte. — Die Frage jener Schrift gehtnun aber dahin, ob sich denn die Grenze zwischendem, was Formelgut legendärer Biographik, und dem,was Lebenseigentum des Künstlers ist, zwischen demTypischen und dem Individuellen also, scharf undunzweideutig ziehen lasse, — eine Frage, verneint wiegestellt. Das Leben ist tatsächlich eine Mischung vonformelhaften und individuellen Elementen, ein In-einander, bei dem das Individuelle gleichsam nurüber das Formelhaft-Unpersönliche hinausragt. VielesAußerpersönliche, viel unbewußte Identifikation, vielKonventionell-Schematisches ist bestimmend für das
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