im beiderseitigen Interesse geschlossen charakterisiert,dieser Bund, zum Endzwecke beiderseitiger Heiligung.Menschliche und göttliche Bedürftigkeit verschränkensich derart darin, daß kaum zu sagen ist, von welcherSeite, der göttlichen oder der menschlichen, die ersteAnregung zu solchem Zusammenwirken ausgegangensei. Auf jeden Fall aber spricht sich in seiner Errich-tung aus, daß Gottes Heiligwerden und das des Men-schen einen Doppelprozeß darstellen und auf das innig-ste aneinander „gebunden“ sind. Wozu, lautet dieFrage, wohl sonst ein Bund?
Die Seele als Geberin des Gegebenen — ich weißwohl, meine Damen und Herren, daß dieser Gedankeim Roman auf eine ironische Stufe getreten ist, dieer weder als östliche Weisheit noch als analytische Ein-sicht kennt. Aber die unwillkürliche und erst nach-träglich entdeckte Übereinstimmung hat etwas Erre-gendes. Muß ich sie Beeinflussung nennen ? Sie isteher Sympathie, — eine gewisse geistige Nähe, die derPsychoanalyse, wie billig, früher bewußt war, als mir,und aus der eben jene literarischen Aufmerksamkeitenhervorgingen, die ich ihr von früh an zu danken hatte.Die letzte davon war die Übersendung eines Sonder-drucks aus der Zeitschrift „Imago“, die Arbeit einesWiener Gelehrten aus der Schule Freuds, betitelt „ZurPsychologie älterer Biographik“, —eine recht trockeneÜberschrift, in der sich die Merkwürdigkeiten kaumankündigen, denen sie als Etikett dient. Der Verfasser