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Freud und die Zukunft : [Vortrag gehalten in Wien am 8. Mai 1936 zur Feier von Sigmund Freuds 80. Geburtstag]
Entstehung
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ligiosität unerträglich, sie würde Gott dabei ein-büßen. Und doch heißt Religiosität gerade Gebunden-heit, und in der Genesis ist von einemBunde zwi-schen Gott und Mensch die Rede, dessen Psychologieich in dem mythischen RomanJoseph und seine Brü-der zu geben versucht habe. Ja, lassen Sie mich hierauf dieses mein eigen Werk zu sprechen kommen -vielleicht hat es ein Recht, genannt zu werden in einerStunde festlicher Begegnung zwischen dichtenderLiteratur und der psychoanalytischen Sphäre. Merk-würdig genug - und vielleicht nicht nur für michdaß darin eben jene psychologische Theologie herr-schend ist, die der Gelehrte der östlichen Eingeweiht-heit zuschreibt: Dieser Abram ist gewissermaßen Got-tes Vater. Er hat ihn erschaut und hervorgedacht; diemächtigen Eigenschaften, die er ihm zuschreibt, sindwohl Gottes ursprüngliches Eigentum, Abram ist nichtihr Erzeuger, aber in gewissem Sinn ist er es dennoch,da er sie erkennt und denkend verwirklicht. Gottesgewaltige Eigenschaften und damit Gott selbstsind zwar etwas sachlich Gegebenes außer Abram, zu-gleich aber sind sie auch in ihm und von ihm; dieMacht seiner eigenen Seele ist in gewissen Augen-blicken kaum von ihnen zu unterscheiden, verschränktsich und verschmilzt erkennend in eins mit ihnen, unddas ist der Ursprung des Bundes, den der Herr dannmit Abram schließt und der nur die ausdrücklicheBestätigung einer inneren Tatsache ist. Er wird als

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