unerläßlich wäre, es zu wissen“. Eine große und opfer-reiche Umkehr, meint er, sei wohl nötig, um zu sehen,wie die Welt aus dem Wesen der Seele „gegeben“wird; denn das animalische Wesen des Menschensträube sich dagegen, sich als den Macher seiner Ge-gebenheiten zu empfinden. Es ist wahr, daß sich derOsten in der Überwindung des Animalischen vonjeher stärker erwiesen hat als das Abendland, und wirbrauchen uns daher nicht zu wundern, wenn wirhören, daß seiner Weisheit zufolge auch die Götterzu den „Gegebenheiten“ gehören, die der Seele ent-stammen und mit ihr eins sind — Schein und Lichtder Menschenseele. Dies Wissen, das man nach demTotenbuch dem Verstorbenen mit auf den Weg gibt,ist für den abendländischen Geist ein Paradoxon, dasseiner Logik widerstreitet; denn diese unterscheidetzwischen Subjekt und Objekt und sträubt sich, diesesin jenes hineinzuverlegen oder aus ihm hervorgehenzu lassen. Zwar kannte die europäische Mystik solcheAnwandlungen, und Angelus Silesius hat gesagt:
„Ich weiß, daß ohne mich Gott nicht ein Nu
kann leben;
Werd’ ich zunicht, er muß vor Not den Geist
aufgeben.“
Im ganzen aber wäre eine psychologische Auffas-sung Gottes, die Idee einer Gottheit, die nicht reineGegebenheit, absolute Realität, sondern mit der Seeleeins und an sie gebunden wäre, abendländischer Re-