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Freud und die Zukunft : [Vortrag gehalten in Wien am 8. Mai 1936 zur Feier von Sigmund Freuds 80. Geburtstag]
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zauber und an die Beeinflussung der Wirklichkeitdurch das Denken glaube. Aber wäre dies wirklicheine Selbstüberschätzung der Philosophie? Ist je dieWelt durch etwas anderes geändert worden als durchden Gedanken und seinen magischen Träger, dasWort? Ich glaube, daß tatsächlich die Philosophie denNaturwissenschaften vor- und übergeordnet ist unddaß alle Methodik und Exaktheit im Dienst ihresgeistesgeschichtlichen Willens steht. Zuletzt handeltes sich immer um das Quod erat demonstrandum.Die Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft ist einmoralisches Faktum oder sollte es sein. Geistiggesehen, ist sie wahrscheinlich das, was Freud eineIllusion nennt. Die Sache auf die Spitze zu stellen,könnte man sagen, die Wissenschaft habe nie eineEntdeckung gemacht, zu der sie nicht von der Philo-sophie autorisiert und angewiesen gewesen wäre.

Dies nebenbei. Lassen Sie uns zweckmäßig nocheinen Augenblick bei dem Gedanken Jungs verweilen,der mit Vorliebe und so auch in jener Vorredeanalytische Ergebnisse zur Herstellung einer Verstän-digungsbrücke zwischen abendländischem Denkenund östlicher Esoterik benutzt. Niemand hat so scharfwie er die Schopenhauer-Freudsche Erkenntnis for-muliert, daßder Geber aller Gegebenheiten in unsselber wohnt - eine Wahrheit, die trotz aller Evidenzin den größten sowohl wie in den kleinsten Dingennie gewußt wird, wo es doch nur zu oft so nötig, ja

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