Außenmacht würde das Es in seinem blinden Strebennach Triebbefriedigung der Vernichtung nicht ent-gehen. Das Ich beobachtet die Außenwelt, es erinnertsich, es versucht redlich, das objektiv Wirkliche vondem zu unterscheiden, was Zutat aus inneren Erre-gungsquellen ist. Es beherrscht im Aufträge des Esdie Hebel der Motilität, der Aktion, hat aber zwi-schen Bedürfnis und Handlung den Aufschub derDenkarbeit eingeschaltet, während dessen es die Er-fahrung zu Rate zieht, und besitzt eine gewisse regu-lative Überlegenheit gegenüber dem im Unbewußtenschrankenlos herrschenden Lustprinzip, das es durchdas Realitätsprinzip korrigiert. Aber wie schwach ist esbei alldem! Eingeengt zwischen Unbewußtem, Außen-welt und dem, was Freud das „Überich“ nennt, demGewissen, führt es ein ziemlich nervöses und geäng-stigtes Dasein. Mit seiner Eigen-Dynamik steht es nurmatt. Seine Energien entlehnt es dem Es und mußim ganzen dessen Absichten durchführen. Es möchtesich wohl als den Reiter betrachten und das Unbe-wußte als das Pferd. Aber so manches Mal wird esvom Unbewußten geritten, und w r ir wollen nur lieberhinzufügen, was Freud aus rationaler Moralität hin-zuzufügen unterläßt, daß es auf diese etwas illegitimeWeise unter Umständen am weitesten kommt.
Freuds Beschreibung aber des Es und Ich - ist sienicht aufs Haar die Beschreibung von Schopenhauers„Wille“ und „Intellekt“, — eine Übersetzung seiner
20