giebesetzung beraubt können sie erst werden, wenn siedurch die analytische Arbeit bewußt geworden sind.“Und darauf, fügter hinzu,beruhe vornehmlich dieHeil-wirkungder analytischen Behandlung.-Wir verstehendanach, wie antipathisch die analytische Tiefenpsycho-logie einem Ich sein muß, das, berauscht von einer Reli-giosität des Unbewußten, selbst in den Zustand unter-weltlicher Dynamik geraten ist. Es ist nur allzu klar,daß und warum ein solches Ich von Analyse nichtswissen will und der Name Freud vor ihm nicht ge-nannt werden darf.
Was nun das Ich selbst und überhaupt betrifft, sosteht es fast rührend, recht eigentlich besorgniserre-gend damit. Es ist ein kleiner, vorgeschobener, er-leuchteter und wachsamer Teil des „Es“ — ungefährwie Europa eine kleine, aufgeweckte Provinz desweiten Asiens ist. Das Ich ist „jener Teil des Es, derdurch die Nähe und den Einfluß der Außenwelt modi-fiziert wurde, zu Reizaufnahme und Reizschutz ein-gerichtet, vergleichbar der Rindenschicht, mit der sichein Klümpchen lebender Substanz umgibt“. — Ein an-schauliches biologisches Bild. Freud schreibt überhaupteine höchst anschauliche Prosa, er ist ein Künstler desGedankens wie Schopenhauer und wie er ein europäi-scher Schriftsteller. - Die Beziehung zur Außenweltist nach ihm für das Ich entscheidend geworden, eshat die Aufgabe, sie beim Es zu vertreten - zu dessenHeil! Denn ohne Rücksicht auf diese übergewaltige