mit Energie; aber es habe keine Organisation, bringekeinen Gesamtwillen auf, nur das Bestreben, den Trieb-bedürfnissen unter Einhaltung des Lustprinzips Be-friedigung zu schaffen. Da gelten keine logischenDenkgesetze, vor allem nicht der Satz des Wider-spruchs. „Gegensätzliche Regungen bestehen neben-einander, ohne einander aufzuheben oder sich voneinander abzuziehen, höchstens, daß sie unter demherrschenden ökonomischen Zwang zur Abfuhr derEnergie zu Kompromißbildungen zusammentreten... “Sie sehen, meine Damen und Herren, das sind Zu-stände, die nach unserer zeitgeschichtlichen Erfahrungsehr wohl auf das Ich selbst, ein ganzes Massen-Ich,übergreifen können, nämlich dank einer moralischenErkrankung, die durch die Anbetung des Unbewuß-ten, die Verherrlichung seiner allein lebenfördern-den „Dynamik“, die systematische Verherrlichungdes Primitiven und Irrationellen erzeugt wird. — Denndas Unbewußte, das Es, ist primitiv und irrational, esist rein dynamisch. Wertungen kennt es nicht, keinGut und Böse, keine Moral. Es kennt sogar nicht dieZeit, keinen zeitlichen Ablauf, keine Veränderung desseelischen Vorgangs durch ihn. „Wunschregungen“,sagt Freud, „die das Es nie überschritten haben, aberauch Eindrücke, die durch Verdrängung ins Es ver-senkt worden sind, sind virtuell unsterblich, verhaltensich nach Dezennien, als ob sie neu vorgefallen wären.Als Vergangenheit erkannt, entwertet und ihrer Ener-
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