Und, heruntergekommen auf ein klägliches Massen-niveau, das Niveau eines Hitler, brach der deutscheRomantismus aus in hysterische Barbarei, in einenRausch und Krampf von Überheblichkeit und Ver-brechen, der nun in der nationalen Katastrophe,einem physischen und psychischen Kollaps ohneglei-chen, sein schauerliches Ende findet. —
Was ich Ihnen in abgerissener Kürze erzählte, meineDamen und Herren, ist die Geschichte der deutschen„Innerlichkeit“. Es ist eine melancholische Geschichte— ich nenne sie so und spreche nicht von „Tragik“,weil das Unglück nicht prahlen soll. Eines mag dieseGeschichte uns zu Gemüte führen: daß es nicht zweiDeutschland gibt, ein böses und ein gutes, sondernnur eines, dem sein Bestes durch Teufelslist zumBösen ausschlug. Das böse Deutschland, das ist dasfehlgegangene gute, das Gute im Unglück, in Schuldund Untergang. Darum ist es für einen deutschgeborenen Geist auch so unmöglich, das böse, schuld-beladene Deutschland ganz zu verleugnen und zuerklären: „Ich bin das gute, das edle, das gerechteDeutschland im weißen Kleid, das böse überlasse icheuch zur Ausrottung.“ Nichts von dem, was ich Ihnenüber Deutschland zu sagen oder flüchtig anzudeutenversuchte, kam aus fremdem, kühlem, unbeteiligtemWissen; ich habe es auch in mir, ich habe es alles ameigenen Leibe erfahren.
Mit anderen Worten: was ich hier, gedrängt von
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