Ruhe seiner Existenz gab er daran für diese Sache, dieihm über Kunst und Seelenfrieden ging. Sein Einflußwar es hauptsächlich, der die Stadt Würzburg be-stimmte, der „Burg“, dem Fürst-Bischof die Heeres-folge gegen die Bauern zu verweigern und überhaupteine revolutionäre Haltung gegen ihn einzunehmen.Er hatte furchtbar dafür zu büßen. Denn nach derNiederwerfung des Bauernaufstandes nahmen diesiegreichen historischen Mächte, gegen die er sich ge-stellt, grausamste Rache an ihm; Gefängnis und Foltertaten sie ihm an, und als gebrochener Mann, unfähighinfort, aus Holz und Stein das Schöne zu erwecken,ging er daraus hervor.
Auch das gab es in Deutschland, auch das hat esimmer gegeben. Aber das spezifisch und monumentalDeutsche ist es nicht. Dieses stellt Luther dar, der mu-sikalische Theolog. Er brachte es im Politischen nichtweiter, als daß er beiden Parteien, den Fürsten undden Bauern unrecht gab, was nicht verfehlen konnte,ihn bald dahin zu führen, daß er nur noch und biszur berserkerhaften Wut den Bauern unrecht gab.Seine Innerlichkeit hielt es ganz und gar mit demPaulinischen „Sei untertan der Obrigkeit, die Gewaltüber dich hat!“ Aber das hatte sich ja auf die Autoritätdes römischen Weltreiches bezogen, das die Vorausset-zung und der politische Raum war für die christlicheWeltreligion, während es sich im Falle Luthers um diereaktionäre Winkelautorität der deutschen Fürsten