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Deutschland und die Deutschen :
(Vortr., gehalten in d. Library of Congress zu Washington im Juni 1945)
Entstehung
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dert, dennJedermann sein eigener Priester, das istDemokratie. Die deutsche idealistische Philosophie,die Verfeinerung der Psychologie durch die pieti-stische Gewissensprüfung, endlich die Selbstüberwin-dung der christlichen Moral aus Moral, aus äußersterWahrheitsstrengedenn das war die Tatoder Untat Nietzsches dies alles kommt von Luther. Er warein Freiheitsheld, aber in deutschem Stil, denn erverstand nichts von Freiheit. Ich meine jetzt nicht dieFreiheit des Christenmenschen, sondern die politischeFreiheit, die Freiheit des Staatsbürgers die ließ ihnnicht nur kalt, sondern ihre Regungen und Ansprüchewaren ihm in tiefster Seele zuwider. Vierhundert Jahrenach ihm sprach der erste Präsident der DeutschenRepublik, ein Sozialdemokrat, das Wort:Ich hassedie Revolution wie die Sünde. Das war echt luthe-risch, echt deutsch. So haßte Luther den Bauernauf-stand, der, evangelisch inspiriert, wie er war, wenn ergesiegt hätte, der ganzen deutschen Geschichte eineglücklichere Wendung, die Wendung zur Freiheithätte geben können, in dem aber Luther nichts alseine wüste Kompromittierung seines Werkes, dergeistlichen Befreiung sah, und den er darum bespieund verfluchte, wie nur er es konnte. Wie tolle Hundehieß er die Bauern totschlagen und rief den Fürstenzu, jetzt könne man mit Schlachten und Würgen vonBauernvieh sich das Himmelreich erwerben. Für dentraurigen Ausgang dieses ersten Versuchs einer deut-

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