Das Leben des Thoma von Kempis.Fleiß und ganz Kunst=reich abgeschrie-ben hat.11. Es ist schwer zu sagen / mit welcheinem ehrerbietigen und gefastem Gemüter so wol beym offentlichen Gebät als beyandern Gottes=dienstlichen Verrichtun-gen sein Amt verwaltete: wann er Psal-men sang / schien er als gantz in Himmelerhaben / und auf eine ausserordentlicheWeise vom Geiste GOttes angethan zuseyn / so gar war er von der ungläublichenSüssigkeit der Psalmen eingekommen /und als ausser sich selbst entzücket; unterdenen / welche ins Gebäts=Gemach ka-men / war er allezeit / so wol des Nachtsals des Tages / beym Eingehn der ersteund beym Außgehn der letzte. DergleichenGOttes=dienstliche Verrichtungen wa-ren seines Hertzens Ergetzungen / dahereiner schertzende einsmals sagte: Ihmdünckte / Thomas wäre recht glückselig /und dürffte man sich nicht groß wundern,daß er mit so lebhaffter Simme / mun-term und andächtigem Gemüt die Psal-men abſünge / dann Davids Psalmenschmäckten ihm wie Salmen / (d. i.Lächst
Druckschrift
Thomae à Kempis Bücher Von der Nachfolge Jesu Christi : Auffs neue, nach einer der allerältesten Handschrifften, treulich übersetzet, und an statt des Vierten Buchs vermehret mit denen Göttlichen Hertzens-Gesprächen des Gottseligen Gerlachs, insgemein genandt der andere Thomas à Kempis, nun erstlich verteutschet ...
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