Vor=Rede des übersetzers.19. Laß dich / durch die Zucht des Gei-stes zu dir selbst sammlen / und gewehnedich in dir zu leben und zu wohnen / wiedu von Natur gentigt bist / ausser dir zuleben und zu schweben.Dein stetiges Werck sey / bey dir selbst zubleiben / und mit dem HErrn im verbor-genen deines Geistes so zu wandeln / alswann du nur mit ihm allein in der Weltwäreſt.Halte GOtt als deinen vertrauten / ge-heimen Seelen-Freund / dessen Lust ist insolchen Kindern der Menschen: der mitdir im Geiste gerne conversiten und Ge-meinschafft haben wil.Dieser dein GOtt schauet dich an / unddencket an dich unauffhörlich / so laß danndeine innige Hertzens=Gedancken auch zuihm gerichtet seyn / und nicht mit Willenin die Sinnen und Creatur außschweiffen.Gedencke / daß all dein Gut und deinbester Freund bey dir drinnen sey / und sichmit dir unterreden wil: warum woltest dudann außlauffen / und ihn alleine lassen?Ach! wer solte um eines solchen GOtteswillen / nicht gern die Welt und alle Crea-turen vergessen?Laß
Druckschrift
Thomae à Kempis Bücher Von der Nachfolge Jesu Christi : Auffs neue, nach einer der allerältesten Handschrifften, treulich übersetzet, und an statt des Vierten Buchs vermehret mit denen Göttlichen Hertzens-Gesprächen des Gottseligen Gerlachs, insgemein genandt der andere Thomas à Kempis, nun erstlich verteutschet ...
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