Gegenwärtig aber bedeutet jede Erfüllung deutscherAnsprüche einen grausamen und entmutigendenSchlag gegen die auf Freiheit und Frieden gerichtetenKräfte im deutschen Volk; und da deutsche Forde-rungen im Munde des National-Sozialismus niemalsdem Frieden, sondern ausschließlich der Machterhö-hung und der Verbesserung der Kriegsaussichtengelten, so dient man mit ihrer Erfüllung nicht demFrieden sondern dem Krieg.
Es ist notwendig, daß die Demokratie dies be-greife. Sie muß auch verstehen, welche Vorteile demFaszismus ein Weltzustand bietet, in welchem dieGrenzen zwischen Krieg und Frieden sich verwischthaben und weder der eine noch ausgesprochen derandere herrscht: es fehlt viel, daß von Frieden dieRede sein könnte, aber eine Kriegserklärung istnicht ergangen, man führt einen inoffiziellen undundeklarierten Krieg, führt ihn zur Probe auf ent-legenen Schauplätzen und mit beschränkten Mitteln,während man die großen Kriegsapparate noch schont- eine zweideutige oder doch nicht voll eindeutigeSituation, die der Faszismus erfunden hat und in derer sich außerordentlich behagt. Es ist wahrscheinhch,daß er sie dem wirkhchen, dem großen und offenenKrieg so lange wie möglich vorziehen wird, denndieser würde den starken Anteil, den Lüge und Vor-täuschung an seinem „totalen Staate” haben, raschaugenfällig werden lassen, die niedergehaltenenKräfte menschhcher Freiheit würden durch denersten Rückschlag, den die Tyrannei erhtte, unfehl-
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