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Achtung, Europa! : Aufsätze zur Zeit
Entstehung
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unbestimmbar und ohne Grenzen sind. Die Gedan-ken der Demokratie und des Faszismus müssen ein-ander darum verfehlen, weil dieser in der Vorstel-lung von Macht und Hegemonie als Ziel und Inbe-griff der Politik tief und unbedingt verfangen ist -zu einem Zeitpunkt, wo jene sich für Macht undHegemonie, ja für Politik als Mittel dazu garnichtmehr interessiert, sondern für den Frieden. Es istein Konflikt des Mißverständnisses, der sogar vielhistorische Komik birgt, aber zweifellos für die De-mokratie vitale Gefahren mit sich bringt. So gewißes uns sein mag, daß sie, die den Gedanken der Macht-politik hinter sich gelassen und sozusagen den Friedenentdeckt hat, die höhere, spätere, neuere Entwick-lungsstufe des Geistes und der Moral repraesentiert,so überzeugt ist der Faszismus von seiner eigenenLebendigkeit und Zukünftigkeit und von der Rück-ständigkeit, Abgelebtheit, historischen Hinfälligkeitder Demokratie, und in jedem Entgegenkommen,jeder Nachgiebigkeit gegen seine Forderungen wirder immer nur ein Zeichen der Schwäche, der Resig-nation und der epochalen Abdankung sehen. Wasinsbesondere Deutschland betrifft, so ist es für eineverständnisvolle Würdigung seiner Ansprüche zuspät und zu früh. Entgegenkommen gegen Deutsch-land war an der Zeit, als der National-Soziahsmusnoch nicht die Macht ergriffen hatte und es die frie-denswillige deutsche Repubhk zu stützen und vorihm zu bewahren gegolten hätte. Entgegenkommenwird wieder an der Zeit sein nach Hitlers Fall.

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