standen und gähnend langweilig, sich selbst aber alshöchst lustig und prall von Leben und Zukunft hin-zustellen, die uns allen bekannten Erfolge aufzuwei-sen. Groß und schlau wie er ist im Ausnutzenmenschlicher Schwächen, kommt er damit dem lei-denden Neuigkeitsbedürfnis der Menschheit entge-gen, von dem wir sprachen; und was not tut, ist,meine ich, daß die Demokratie dieser faszistischenSpekulation durch eine Wiederentdeckung ihrerselbst begegnet, die ihr denselben Neuigkeitsreiz, ja,einen viel höheren, verschaffen kann als der ist, dender Faszismus auszuüben sucht: daß sie alle Selbstver-ständlichkeit und Selbstvergessenheit von sich abtutund diese schon nicht mehr erwartete Situation, dieTatsache, daß sie wieder problematisch geworden,dazu benutzt, sich durch die Bewußtmachung ihrerselbst zu erneuern und zu verjüngen. Man kann näm-lich ihre vitalen Hilfsquellen, ihre Ressourcen anJugendlichkeit garnicht überschätzen: tatsächlich istder Jugend-Übermut des Faszismus dagegen einebloße Grimasse. Der Faszismus ist ein Kind - einrecht garstiges Kind - der Zeit und schöpft aus derZeit, was er an Jugend besitzt. Die Demokratie aberist zeitlos-menschlich, und Zeitlosigkeit bedeutet im-mer ein Maß von potentieller Jugend, das nur imGedanken und im Gefühl realisiert zu werdenbraucht, um alle bloß zeitliche Jugendlichkeit anReizen jeder Art, Lebensreizen, Schönheitsreizen beiWeitem zu übertreffen.
Ich nannte die Demokratie zeitlos-menschlich und
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