ihren heute so sieghaft auftretenden Gegner, denFaszismus, eine Zeit-Erscheinung. Ich vergesse dabeinicht, daß auch er tiefe und vielleicht unzerstörbareWurzeln im Menschlichen hat; denn sein Wesen istdie Gewalt. An sie, die physische und geistige Ver-gewaltigung, glaubt er, sie praktiziert er, sie liebt,ehrt und verherrlicht er, sie ist für ihn nicht erst dieultima sondern die prima ratio, - und wir wissen nurzu gut, daß dieGewalt ein ebenso menschlich-unsterb-liches Prinzip ist wie ihr Gegenteil, der Gedanke desRechtes: Sie ist das unerbittlich Tatsachen schaffendePrinzip, sie kann alles oder fast alles, nachdem sie sichdurch Angst die Körper unterworfen, unterwirft siesich sogar die Gedanken - denn der Mensch kannauf die Dauer kein Doppelleben führen, um in Har-monie mit sich selber zu sein, paßt er notgedrungenseine Gedanken dem äußeren Verhalten an, zu demdie Gewalt ihn zwingt. Soviel vermag diese auszu-richten. Täglich sehen wir das Recht vor ihr erblei-chen und zunichte werden, denn die Gewalt ist dieerdrückende und in der Erfahrung meist das Feld be-hauptende Materie, und das Recht nur eine Idee.Aber dies „nur”, so bitter und pessimistisch es klingt,ist dennoch erfüllt von Stolz und der entschiedenstenZuversicht, - einer Zuversicht, die nicht läppischem,naturlosem Idealismus entspringt, sondern im Ge-genteil über die Natur und Realität des Menschenbesser, vollständiger Bescheid weiß, als der nurhalb unterrichtete Gewaltglaube. Denn das ist einebesondere Natur, die menschliche, welche sich von
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