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Achtung, Europa! : Aufsätze zur Zeit
Entstehung
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Ab seines geistigen und moralischen Lebens. Es kannsicht nicht davon isoheren. Daß Demokratie heutekein gesichertes Gut, daß sie angefeindet, von innenund außen her schwer bedroht, daß sie wieder zumProblem geworden ist, das spürt auch Amerika. Esspürt, daß die Stunde gekommen ist für eine Selbst-besinnung der Demokratie, für ihre Wieder-Erinne-rung, Wieder-Erörterung und Bewußtmachung, -mit einem Wort: für ihre Erneuerung im Gedan-ken und im Gefühl. Denn was die ihr feindlichenTendenzen für sich haben oder für sich zu habenscheinen, ist vor allem der Reiz der Neuheit, - einReiz, für den sich die Menschheit allezeit äußerst em-pfänglich zeigt. Was Caesar von den alten Galliernsagte: sie seien novarum rerum cupidi, nach neuenDingen begierig, das gilt im Großen für die ganzeMenschheit - aus Gründen, die eine pessimistisch-mitleidige Beurteilung ihres Schicksals zu stützen ge-eignet sind. Es steht nun einmal mit dem Menschenso, daß er sich in keiner Lage und unter keinen Um-ständen auf Erden ganz wohl befindet, keine Lebens-verfassung ihm ganz gerecht wird und ihm ganz ge-mäß ist. Warum dem so ist, warum gerade für diesesGeschöpf auf Erden immer ein Rest von Ungenüge,Unzufriedenheit und Leiden bleibt, ist ein Geheim-nis, - ein für den Menschen vielleicht sehr ehrenvol-les, aber auch schmerzhches Geheimnis; und jeden-falls hat es zur Folge, daß der Mensch im Kleinenund Großen nach Abwechslung, Veränderung, nachdem Neuen trachtet, weil er sich eine Verbesserung

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