verzichten, in den großen Entdeckungen und Er-kenntnissen der Wissenschaft, den Taten eines New-ton oder Einstein, wie auch selbst in den umwälzen-den Erfindungen der Technik und besonders denSchöpfungen der Philosophie und Kunst freie Tatender Menschheit zu sehen, mit denen sogar notwendi-ger Weise eine Emanzipation von Herkunft undKlasse, ein sich befreiendes Darüberhinauswachsenverbunden ist: Die großen Künstler und Denker wa-ren immer gewissermaßen verlorene Söhne ihrerKlasse, und ihr Wesen ging in den vom Marxismusgelehrten Bedingtheiten durchaus nicht rein auf. InBetrachtung des Fluges, den etwa der Geist Goethes,des Frankfurter Patriziersohnes, oder der Geist Nietz-sches, dieses Abkömmlings protestantischer Pasto-ren, nahm, ist man unwillig zuzugeben, daß solchesieghaften oder tragischen Weltschicksale noch et-was mit Bürgerlichkeit zu tun haben. Der freie undkühne Gedanke, das Gewissen, die Erkenntnis sindMenschen werte; sie kommen nicht aus Klassen-Be-dingtheit, daran wollen wir festhalten.
Und doch kann man mit dieser ÜberzeugungSozialist sein, - wenn sich nämlich die andere undweitere Überzeugung damit verbindet, daß es heu-te für den geistigen, den Kulturmenschen eine fal-sche und lebens widrige Haltung wäre, auf die soziale,die politisch-gesellschaftliche Sphäre hochmütig her-abzublicken und sie als zweiten Ranges zu erachten imVergleich mit der Welt der Innerlichkeit, der Meta-physik und Religion. Die wertvergleichende Gegen-
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