ihn zu unterscheiden; er ist, wie in der Genesis dieGottheit sagt, „wie unser einer”; er weiß, was gutund böse ist, er besitzt das Absolute. Es ist ihm gege-ben in den Gedanken der Wahrheit, Freiheit, Ge-rechtigkeit, und mit diesen Ideen ist der Traum vonErlösung in ihn gelegt aus dem Unzulänglich-Natür-lichen, der Traum von Vollkommenheit. Er ist dasMenschlichste. Die Kunst kennt ihn wohl; und wennes, wie man behauptet hat, eine Verwandtschaft gibtzwischen ihr und der Religion, so besteht sie hierin:im Drang nach Vollkommenheit.
Was Religion und Metaphysik die Erlösung nen-nen, hegt nicht hier, sondern im Ewigen. Keine reli-giöse Sehnsucht aber braucht uns in dem guten Wil-len zu beeinträchtigen, auf einen irdischen Zustandhinzuwirken, welcher, nicht gar zu ehrenrührig fürdie Vernunft, die unvermeidhche Diskrepanz zwi-schen Geist und Wirklichkeit, zwischen Leben undGewissen, auf das erreichbare, menschlich erträg-liche Mindestmaß zurückführt. Soziahsten? Wirsind es. Nicht, weil wir auf die marxistische Kultur-philosophie zu schwören bereit wären. Im Wirt-schaftlich-Klassenmäßigen die schöpferische Grund-tatsache des Lebens und in allem Geistigen nur den„ideologischen Überbau” zu erblicken, ist nichtganz unsere Sache, soviel geschichtlich Wahres andieser Theorie auch sein möge. Die Werke der Kul-tur und des Geistes gehören unserer Meinung nachkeiner Klasse an, die wissenschafthchen so wenig wiedie künstlerisch-geistigen. Wir mögen nicht darauf
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