Lebens auf Erden sich hätte verwirklichen können,scv war es eben als sittliches Zuchtmittel nie einerZeit und Menschheit notwendiger als dieser gegen-wärtigen, für deren Verwirrung und Verwilderungdiejenigen, die sich anmaßen das Christentum zuüberwinden, das abstoßendste Beispiel bilden. Woes sich um Wertverteidigung, um die Bewahrungeines allgemein gültigen humanen Maßes handelt,wird auf der kulturellen Christlichkeit abendländi-schen Menschentums mit aller Freiheit und Festig-keit bestanden werden müssen.
Wir haben von einem neuen human-religiösenGefühl gesprochen, das aus Leidenstiefen sich heuteerhebe; und wirklich glauben wir, daß keine tiefereEmpfindung für das Problem des Menschentumseines religiösen Einschlages je entraten wird. Nicht,daß Humanität sich als Religion aufzutun präten-dierte durch die Vergottung des Menschen. Wie we-nig Anlaß besteht zu dieser! Aber Humanität ist reli-giös in der Verehrung des Geheimnisses, das sich imMenschen verkörpert. Denn der Mensch ist ein Ge-heimnis. In ihm transzendiert die Natur und mündetins Geistige. Die, sei es höhnische oder heroische,Neigung, ihn als bloße Natur zu betrachten, ist heutestark, und doch ist sie falsch. Seitdem der Mensch -Mensch ist, ist er mehr als Natur: dieses Mehr gehörtzu seiner Definition. Er ist Tier mit einem Teil seinesWesens, ja; aber mit einem anderen gehört er eineranderen Sphäre an, der geistigen. Bewußtsein lehrt
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